Kauartikel für den Hund: Wenn der Kauspaß zur Gefahr wird

Kauartikel für den Hund: Wenn der Kauspaß zur Gefahr wird

Kauartikel befriedigen das Kaubedürfnis unserer Hunde und sorgen, neben regelmäßigem Zähne putzen, als natürliche Zahnbürste für ein gesundes Gebiss. Nun will man natürlich nur das Beste für seinen Hund und sucht dementsprechend auch nach möglichst natürlichen und gesunden Kausnacks. Auch ich habe es so...

gemacht. Mittlerweile bin ich aber, nach einem Ereignis, das ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde, auf Hirschgeweihe umgestiegen. Pollux und Coco sind von meinen Sicherheitsmaßnahmen eher wenig begeistert. Den Inhalt des Hirschgeweihs heraus zu nagen erfordert zweifellos einen höheren Aufwand als beispielsweise Ochsenziemer oder ähnliche Kauartikel weich zu kauen. Genau hier lauert aber die Gefahr. Wenn der Hund länger darauf herumkaut werden sie weich, können bei hastigem Schlucken die Atemwege verlegen und es droht Erstickungsgefahr. 

 

Ich saß an diesem Tag im Wohnzimmer und arbeitete am Computer. Pollux und Coco kauten friedlich an ihren Kaustangen, als Coco plötzlich anfing zu würgen. Mit angsterfülltem Blick verkroch sie sich unter dem Esstisch. Sie rang verzweifelt nach Luft und ich hatte furchtbare Angst. Instinktiv wusste ich, dass ich ihr nur helfen konnte, wenn ich jetzt ruhig bleibe und nicht auch in Panik verfalle. Mit großer Mühe bekam ich sie unter dem Tisch zu fassen und hob sie hoch. Der Versuch, den Fremdkörper aus dem Maul zu entfernen scheiterte, ich konnte nichts ertasten und sie würgte mit weit aufgerissenen Augen weiter. Meine Gedanken schwankten zwischen Tierarzt anrufen und Selbsthilfe. Irgendwie wusste ich aber, dass uns für den Tierarzt keine Zeit mehr blieb. 

 

Mein elfjähriger Stiefsohn Florian hatte mir kurz davor erzählt, dass er in einer Fernsehdokumentation gesehen hat, dass man den Hund in so einem Fall an den Hinterbeinen greift und kopfüber Richtung Boden hält. Die Schwerkraft sollte dann den Rest erledigen. Nur für den Notfall hat er gemeint. Genau dieses Gespräch fiel mir plötzlich wieder ein. Dieser Notfall war genau jetzt eingetroffen. Innerlich völlig panisch, mit meinem total verängstigten Hund am Arm stand ich da und war unendlich dankbar, dass ich trotz meiner enormen Denkblockade daran dachte. Ich hob Coco also hoch und ließ sie kopfüber auf den Boden hängen. Nichts. In meiner Verzweiflung drückte ich ihr dann in dieser Position leicht auf den Bauch. Nach zweimaligem Drücken flutschte endlich ein glitschiges Stück der Kaustange aus ihr heraus. Coco und ich zitterten wie Espenlaub. Pollux gab während dieses Vorfalls keinen Mucks von sich. Erst als ich mich mit Coco am Arm völlig erschöpft, aber auch unendlich erleichtert auf den Boden setzte, legte er sich dann neben uns... 

 

Hier noch ein Video für erste Maßnahmen im Notfall.


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Kommentare: 1
  • #1

    Gabriele Sauerland communicanis - Die Sicht der Tiere. (Donnerstag, 25 Februar 2016 15:33)

    Danke für den wichtigen Beitrag !
    Leider geht es nicht für jeden Hund glimpflich aus und nicht jeder Hundehalter traut sich, schnell und beherzt zuzugreifen. Wir haben selbst eine Hündin beinah durch einen Kauknochen verloren, seitdem schauen wir sehr genau hin. Erfahrung macht klüger, aber diese Erfahrung hätte ich mir und vor allem dem hund gern erspart. Es gibt ein paar Tipps für geeigneten Kauspaß, für alle, die Interesse haben, zum Download unter http://www.communicanis.de/Zahnpflege.php
    Sorry, das war jetzt Werbund aber eben auch wichtig.