Die dunkle Seite meines Hundes

Ich gebe zu, der frühe Morgen zählt nicht zu den Tageszeiten, die ich unbedingt bevorzuge. Bevor ich Hunde hatte, brauchte ich mindestens zwei Wecker, um nicht zu verschlafen. Diese Zeiten gehören aber längst der Vergangenheit an. Heute erledigt das alles eine entzückende kleine Hündin namens Coco für mich. Ein süßes...

braves, ruhiges und ausgeglichenes kleines Wesen. Einen klitzekleinen Fehler hat sie allerdings: Sie ist die einzige Frühaufsteherin in diesem Haus und das will sie nach wie vor nicht bleiben. Ihr Umerziehungsprogramm für Langschläfer hat sie relativ früh gestartet, nämlich am ersten Morgen ihres Einzugs bei uns. Um spätestens 6 Uhr morgens ist also die Nachtruhe für mich und alle anderen anwesenden Menschen und Hunde aus ihrer Sicht für beendet erklärt. Das besondere Highlight: Sie zieht ihr Terrorprogramm konsequent durch. Wochenenden oder Feiertage kennt sie nicht. Wie sieht nun also der Morgen bei einer Frühaufsteherin und drei Langschläfern aus?

 

Die Frage, wen die Morgenattacke zuerst trifft, kann ich ganz leicht beantworten. Noch im Tiefschlaf liegend wird mir erst einmal, aus ihrer Sicht sicher liebevoll gemeint, die Decke entrissen. Sollte meinerseits keine Reaktion erfolgen und ich vielleicht noch in einem Zustand der völligen Verwirrung versuchen, die Decke zurück zu erobern, folgt bereits Phase zwei ihres mehr als ausgefeilten Plans. Jetzt wird mit härteren Bandagen gekämpft: Die von uns allen gefürchtete Schleckattacke wird als Mittel der Wahl gezielt eingesetzt. Wenn das alles nichts hilft, kommt Phase drei zum Einsatz, die mir immerhin noch zu ein paar ungestörten Minuten im warmen Bett verhilft. Nun ist nämlich ihr Artgenosse Pollux an der Reihe. Skrupellos wird der noch schlafende kleine Kerl von unserem goldigen Nesthäkchen aus seinen Träumen gerissen und zum Spielen aufgefordert. Keine Reaktion! Gut dann bleibt nur noch Herrchen übrig, den sie dann, nach den vielen Misserfolgen schon etwas grantig, mehr als unsanft weckt, indem sie freudig auf ihm herumhüpft...

 

Eines steht fest: Wir werden auf keinen Fall aufgeben. Mit der Hoffnung der Verzweifelten glauben wir ganz fest daran, dass wir diesen mehr als ungleichen Kampf noch gewinnen können und aus unserer herzigen Verfechterin des Frühaufstehens einmal eine Langschläferin wird. Einen kleinen Trumpf, in unserem Fall leider völlig unwirksam, haben wir gegen unseren zauberhaften kleinen Liebling aber noch in der Hand: Den Morgen, an dem wir alle fröhlich und munter aus dem Bett springen, den wird es niemals geben. Jedenfalls nicht vor 7 Uhr. 


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