Warum manche Hunde ein Doppelleben führen

Für Menschen, die ihre Hunde als vollwertiges Mitglied der Familie sehen wahrscheinlich ein völlig undenkbares Szenario: Dog-Sharing. Beim Dog-Sharing werden die Kosten und die Betreuung des Hundes einfach mit einer anderen Person geteilt. Seinen Hund mit jemandem zu teilen kommt für die meisten Hundehalter allerdings...

nicht in Frage. Als verantwortungsvoller Mensch hat man sich bewusst dafür entschieden, für sein geliebtes Tier auch Opfer zu bringen und auf manches zu verzichten. So oder ähnlich würden die Gegner dieses Modells wahrscheinlich argumentieren. Nun könnte man aber auch sagen, dass Dog-Sharing-Befürworter sich der Verantwortung für ihr Tier durchaus bewusst sind. Für den Hund ist es allemal besser geteilt zu werden, als acht oder mehr Stunden alleine zu Hause zu sein.   

 

Wer sich dazu entschließt, einen Hund in seinen Alltag zu integrieren, wird hoffentlich zuerst einmal sorgfältig prüfen, ob dieser Wunsch auch in der Realität noch Bestand hat. Manchmal hält aber auch das Leben unliebsame Überraschungen für uns bereit. Plötzlicher Jobverlust, Trennungen oder Todesfälle sind die häufigsten Gründe, die dazu führen, dass das einstige Familienmitglied weggegeben wird. Hunde lieben ihre Menschen. Der Verlust einer wichtigen Bezugsperson ist ein einschneidendes Erlebnis, das an keinem Hund spurlos vorüber geht. Dog-Sharing ist in solchen Fällen eine wichtige Alternative, um den Hund letztendlich davor zu bewahren im Tierheim zu landen. 

 

Aber nicht nur in einer Notlage werden Hunde geteilt. Warum entscheiden sich manche Menschen bewusst dafür einen Hund zu teilen? Die einen sagen, dass man mit dieser Entscheidung Verantwortung abschieben möchte, die anderen meinen, dass für sie aus Kosten- und Zeitgründen nur so ein Leben mit Hund für sie möglich ist. Der Schritt zum Dog-Sharing sollte jedenfalls gut durchdacht sein und der jeweiligen Lebenssituation angepasst werden. So individuell, wie auch unsere selbst Hunde sind.

 

Obwohl ich meine Hunde nur im äußersten Notfall mit jemandem teilen würde, kann ich dem Modell Dog-Sharing durchaus etwas abgewinnen. Meiner Ansicht nach kann ein Hund, wie ein Kind auch, durchaus mehrere Bezugspersonen haben. Wichtig ist, dass er von seinen Menschen geliebt wird und sich diese in allen Fragen rund um das Tier auch wirklich einig sind. Letztendlich geht es um das Wohl des Hundes und nicht um unsere persönlichen Befindlichkeiten.


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