3 Gassi-Geschichten, unglaublich aber wahr

3 Gassi-Geschichten, unglaublich aber wahr, Hund

Wer mit zwei Zwergpinschern unterwegs ist, muss jederzeit mit Begegnungen rechnen, die man so bestimmt nicht erwarten würde. Ich habe heute drei besondere Gassi-Erlebnisse für euch aufgeschrieben. Wäre ich nicht dabei gewesen, würde ich es ehrlich gesagt selbst nicht glauben...

Die Geschichte mit den Rehpinschern...

Bei einem Spaziergang mit Pollux und Coco wurde ich von einer Dame aufgehalten, die es sich nicht nehmen ließ, die kleinen „Rehlein“ näher zu betrachten. Spätestens da hätte ich bereits hellhörig werden sollen. Den Zeitpunkt für einen eleganten Ausstieg habe ich allerdings gänzlich verpasst. Nun war ich Teil eines skurrilen Monologs, denn zu Wort kam ich so gut wie gar nicht. Diese „Straßenbekanntschaft“ war mehr als begeistert, dass ich mit meinen „Rehen“ Gassi gehe, denn auch diese brauchen so wie Hunde auch, eine Menge Auslauf. Meinen kurzen Einwand, dass es sich hier um Zwergpinscher, also tatsächlich um Hunde handle, ließ diese scharfsichtige Beobachterin nicht gelten. Für eine Flucht war es eindeutig zu spät, ich war ungewollt schon zu sehr in diese „Rehgeschichte“ verstrickt. Also ließ ich den Vortrag vom Ursprung der Rehpinscher über mich ergehen. Die, wie kann es anders sein, stammen natürlich vom Reh ab. Bestens aufgeklärt und um eine Erfahrung reicher, suchte ich bei der nächstbesten Gelegenheit mit Pollux und Coco das Weite. Der Spaziergang fiel kürzer als geplant aus, da ich echt Angst hatte, nochmal in die Fänge der „Rehforscherin“ zu geraten. Auch die nächsten Tage waren von äußerster Vorsicht geprägt. Wir haben sie aber bis jetzt nicht wieder getroffen.


Wenn Hunde Durst haben...

Es war an einem tropisch heißen Sonntag im Sommer. Jeder stöhnte über diese fürchterliche Hitze. Pollux, Coco und ich schleppten uns also widerwillig aus dem Haus, damit die beiden ihr Geschäft erledigen konnten. Was wir dann erlebt haben, hat mich trotz meiner Tierliebe doch etwas aus dem Konzept gebracht. Eine Frau und ein etwa zwölfjähriges Kind kamen uns entgegen. Schon aus der Ferne sah ich, dass diese Frau von meinen Hunden völlig begeistert war und aufgeregt auf uns zusteuerte. Als wir auf gleicher Höhe waren, entriss die Frau mit den Worten „Die Hundis haben sicher auch Durst“ dem Kind einfach die Wasserflasche und hielt sie meinen Hunden zum Trinken hin. Der von mir erwartete Protest des Kindes blieb dabei völlig aus. Auch Gegenwehr meinerseits war bei dieser in Sekunden ablaufenden Spontanaktion nicht mehr möglich. Da Coco so gut wie nie etwas ess- oder trinkbares ablehnt, nuckelte sie also brav an der ihr angebotenen Wasserflasche. Pollux verweigerte sich und ich war einfach nur fassungslos! Nach dieser hochsommerlichen Rettungsaktion erfuhr ich, dass die beiden ebenfalls einen Hund haben. Als ich mich dann nach ihnen umdrehte, hielt das Kind die zurückeroberte Wasserflasche wieder fest in der Hand und trank daraus. Ich hoffe sehr, dass die Handlung dieser Frau auf die Hitze an diesem Tag zurückzuführen war und das Kind sein Wasser im Alltag nicht mit dem eigenen oder einem anderen Hund teilen muss. 

 

Mann ohne Hund in Not...

Eine weitere Geschichte, die zwar schon etwas weiter zurück liegt, aber bis heute nichts von ihrer Skurrilität verloren hat. Coco war damals noch nicht bei uns. An besagtem Abend drehte ich also mit Pollux unsere letzte Gassi-Runde. Plötzlich, wie aus dem Nichts, kam uns ein völlig aufgelöster Mann entgegen. Er bot mir ohne Umschweife, gegen sofortige Barzahlung, 1.000 Euro für Pollux an. Während ich meinen Hund noch als unverkäuflich erklärte, zählte er bereits das Geld und wollte ihn an Ort uns Stelle mitnehmen. Auf meine Frage, warum es denn gerade dieser Hund sein muss, erzählte er mir dann unter Tränen seine ganze verrückte Geschichte. Sein Hund war vor zwei Monaten verstorben und seine Frau bestand darauf, dass er genau so einen Hund für sie suchen muss. Der arme Mann stand also vor der fast unmöglichen Aufgabe einen Doppelgänger-Hund für seine Frau zu besorgen. An jenem Tag hat sie ihm angeblich angedroht, dass er ohne einen neuen Hund auch nicht mehr nach Hause kommen darf. Als er Pollux erblickte, war er der Lösung des Problems offenbar schon so nahe, dass das Ziel für ihn fast greifbar war. Es tat mir ehrlich leid, dass ich ihm nicht helfen konnte. Enttäuscht, aber trotzdem erleichtert, dass er seine Geschichte erzählen durfte, zog er weiter. Ich hätte gerne gewusst, was aus diesem bedauernswerten Menschen geworden ist. Ich habe ihn nie wieder getroffen.


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