Wie alles begann - Geschichte des Hundefutters

Womit wurden Hunde früher eigentlich ernährt? Ich finde die Frage alleine schon deshalb spannend, da sich die Geschichte, wie in vielen anderen Lebensbereichen, auch bei der Fütterung unserer Vierbeiner wiederholt. Barfen, wenn auch etwas anders als heute, wurde schon vor zwei Jahrtausenden empfohlen. Natürlich muss man...

dabei berücksichtigen, dass es zu diesem Zeitpunkt keine wirklichen Alternativen gab.

Die Geschichte des Hundefutters wird -nach meinem Wissensstand- erstmals mit dem römischen Dichter und Philosophen Marcus Terentius Varro erwähnt. Er schrieb vor mehr als 2.000 Jahren ein Handbuch für die Landwirtschaft, wo er für die Fütterung der Hunde auf den Bauernhöfen Gerstenbrot, in Milch eingeweicht und Knochen von toten Schafen empfahl. Doch wie ging es weiter? Ich habe für euch nun die wichtigsten Stationen in der Entwicklung des Hundefutters herausgesucht.

Hunde im Mittelalter

Im Mittelalter kam es für den Hund darauf an, wer sein Besitzer war. Wer Jagdhund in einem europäischen Königshaus war, durfte sich über eine ausgewogene Mahlzeit aus Getreide, Gemüse, etwas Fleisch oder Innereien freuen. Für alle anderen Hunde gab es lediglich Reste wie Brotkrusten, Knochen oder Kartoffel, die von den Besitzern entbehrt werden konnten.

Der Hund in der industriellen Revolution

Um 1850 entstand durch die industrielle Revolution eine neue Mittelschicht und mit ihr wurden Hunde ebenfalls zum Luxusgut, das nur einigen vorbehalten war, erhoben. In dieser Zeit entstand auch der neue Beruf des Tiermediziners. Diese Entwicklungen beeinflussten die Tierfutterindustrie nachhaltig. Es entstand bei einigen damaligen Experten die Meinung, dass rohes Fleisch nicht an die neuen „zivilisierten“ Hunde verfüttert werden sollte und somit entstand etwa um 1860 das erste kommerziell hergestellte Hundefutter.

James Spratt ein Elektriker aus Ohio wollte in London eigentlich nur Blitzableiter verkaufen und wartete auf sein Schiff zur Überfahrt nach London. Seine Beobachtungen läuteten eine Revolution der anderen Art ein: Die Besatzungsmitglieder des Schiffes verfütterten den übrig gebliebenen „Schiffzwieback“ (lange haltbar, dadurch optimal für die Besatzung für eine längere Reise) den Horden von wartenden Hunden. Spratt mischte in seiner Rezeptur Weizen, Rüben und Gemüse mit Rinderblut und/oder Fleisch zu Hundekuchen und begründete mit seiner Idee die Tiernahrungsindustrie.

Hunde im 20. Jahrhundert

1922 gab es in den Vereinigten Staaten die ersten Hundefutter-Dosen aus Pferdefleisch. Aufgrund der steigenden Anzahl von Automobilen hatten Pferde als Transportmittel ausgedient. Das billige Pferdefleisch wurde nun zur Herstellung von Hundefutter verwendet. Allein bis 1941 hatten die Dosen in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von 90%. Während des Zweiten Weltkrieges war das Dosenmaterial teuer und kriegswichtig. Auf der Suche nach anderen Wegen wurde das heutige Trockenfutter entwickelt. Den Rest der Geschichte kennen wir ja.

Zum Abschluss findet ihr noch ein Video zur Geschichte des Hundefutters. Leider war zu diesem Thema kein deutschsprachiger Film zu finden. 

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