Tatort Kofferraum - Illegaler Welpenhandel

Illegaler Welpenhandel - AbsolutHund.at
Foto: Bundespolizeidirektion Wien

Der Handel mit illegalen Welpen findet überall statt. Mein heutiger Artikel erfolgt unter anderem auch aus aktuellem Anlass: Gestern erst konnte von der Wiener Polizei der Verkauf eines Welpen auf offener Straße verhindert werden. Es besteht der Verdacht des illegalen Welpenhandels. Die Hintergründe sind noch unklar. Leider wird in dieser Branche, wenn man das so nennen will, oft auch das Mitleid von potentiellen Käufern ausgenutzt. Viele Menschen können dem Blick eines kleinen und schutzbedürftigen Welpen einfach nicht widerstehen. Man sollte sich aber...

immer vor Augen halten, dass man den illegalen Welpenhandel mit einem Kauf nur unterstützt. Was günstig erworben wurde, kann jedoch auch schnell sehr teuer kommen. Die Welpen, die zu Dumpingpreisen angeboten werden, scheinen auf den ersten Blick oft kerngesund. Leider ist das keine Garantie dafür, dass es auch so bleibt. Die Gesundheit der Tiere zählt für die Verkäufer nicht. Es geht einzig und allein um billige Massenvermehrung und natürlich den Gewinn.

 

Ich habe einmal vor Jahren einen Bericht über ein deutsches Paar, das einen Welpen aus der Slowakei an der Autobahn gekauft hat, gesehen. Der Kleine wurde nach ein paar Tagen schwer krank. Trotz intensivster Bemühungen der Tierklinik hat er es nicht geschafft. An die Betroffenheit der beiden erinnere ich mich auch heute noch ganz genau.

 

Der organisierte Welpenhandel

Der Handel mit illegalen Welpen ist meist gut organisiert. In einer von Vier Pfoten im Jahr 2013 herausgegebenen Recherche zum „Welpenhandel in Europa“ werden die Netzwerke der Welpenhändler gut beschrieben. Aufgebaut wie ein Unternehmen, wird in Produktions- und Verteilerländer unterschieden. Die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei stehen an der Spitze der Welpen produzierenden Länder. Hier findet auch die billige Massenproduktion statt. In den Verteilerländern, wie beispielsweise Österreich oder Deutschland, können die Welpen dann um ein Vielfaches verkauft werden.

 

Profite der illegalen Händler

Die Vier Pfoten Studie hat anhand eines Beispiels auch die Profite der Händler unter die Lupe genommen. Für einen in Ungarn um 186,20 Euro eingekauften Chihuahua verlangt der Händler in Deutschland durchschnittlich 1.000 Euro. Abzüglich der Transportkosten in Höhe von 50 Euro bleibt ein Reingewinn von 763,80 Euro. Bei einem Transport von 20 Welpen erhöht sich der Profit auf 15.276 Euro. Von so einem Gewinn kann ein seriöser Züchter nur träumen.

 

Um den illegalen Welpenhandel zu stoppen hilft nur ein Kauf über einen seriösen Züchter. Alternativ gibt es auch sehr viele tolle Hunde, die im Tierschutzhaus noch auf einen guten Platz warten.

 

Vielen Dank noch an die Pressestelle der Bundespolizeidirektion Wien, die mir dankenswerterweise das Titelfoto zur Verfügung gestellt hat.

 

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