Darf man Hunde trösten?

Darf man Hunde trösten - AbsolutHund.at

Seit ewigen Zeiten wird uns Hundehaltern von diversen Experten und anderen Wissenden eingeredet, dass wir unsere Hunde bei Angst keinesfalls beruhigen dürfen. Im Gegenteil, wir sollten sie möglichst nicht beachten und schon gar nicht streicheln oder trösten. Sollten wir sie doch emotional unterstützen, wäre das quasi eine Belohnung. Die Angst würde dadurch noch verstärkt. Ist das so, oder hat sich diese Ansicht, wie vieles im Laufe der Zeit, bereits selbst überholt? Ich denke man kann sich darauf einigen, dass...

Angst generell ein durchaus unangenehmes Gefühl ist, das rationales Denken unmöglich macht. Angst ist etwas Natürliches und hilft uns allen, Menschen und Tieren, unser Überleben zu sichern. Pollux hat beispielsweise furchtbare Angst vor Gewittern. Wenn er sich dann an mich kuscheln kann, beruhigt er sich meist in kürzester Zeit. Habe ich ihn jetzt für seine Angst belohnt? Ich finde nicht, denn er beruhigt sich ja, das heißt für mich, dass sich sein emotionaler Zustand verbessert und nicht verschlechtert hat.

 

Der Fachausdruck für das Trösten wird in der Verhaltensbiologie „Social Support“ genannt, also „Soziale Unterstützung“. Sowohl Menschen, als auch Tiere zeigen dieses Verhalten. Man hilft anderen Gruppen- bzw. Rudelmitgliedern bei Angst und Stress durch Nähe und Zuwendung. Nehmen wir einmal an, ein Freund von uns hat Angst vor einer entscheidenden Prüfung. Würde sich seine Angst verschlimmern, wenn wir ihn trösten und in seinen Fähigkeiten bestärken? Wohl nicht. Was tun wir also, wenn wir unseren Hund in dieser Ausnahmesituation ignorieren? Wir bestrafen ihn für sein Benehmen, wie Jaulen etc., das er aufgrund seiner Angst zeigt. Das Grundübel ist aber nicht sein Verhalten in der jeweiligen Situation, sondern die Angst. Ich glaube nicht, dass durch Angst ausgelöste Verhaltensweisen mit Zuwendung verstärkt werden. Ganz im Gegenteil. Durch Nichtbeachten würde ich meiner Meinung nach sowohl die Beziehung als auch das in mich gesetzte Vertrauen meiner Hunde dauerhaft schädigen.

 

Bei unerwünschten Verhaltensweisen, die nicht aus der Motivation Angst entstehen, glaube ich aber sehr wohl, dass diese durch Zuspruch verstärkt werden. Nehmen wir beispielsweise das Hochspringen. Wenn ich den Hund dafür belohne, denkt er natürlich, er hat alles richtig gemacht und wartet auf eine Wiederholung der Situation.

 

Nicht einfach, man müsste immer ganz genau wissen, aus welcher Motivation heraus das Verhalten unserer Hunde ausgelöst wurde, um wirklich das Richtige zu tun. 


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