Barfen - Modetrend oder altbewährt?

Barfen Modetrend oder altbewährt? - AbsolutHund.at

Viele Menschen barfen ihre Hunde und es werden offenbar immer mehr. Wenn man seinen Hund barft, scheint das ja voll im Trend zu liegen. Doch ist das Barfen wirklich so neu? Erst in den 1930er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde industriell hergestelltes Dosenfutter entwickelt. Trockenfutter gab es dann in den 1960er Jahren. Das wirft natürlich die Frage auf, womit die Hunde vor dieser Erfindung ernährt wurden. Bevor der Markt für Alleinfuttermittel...


boomte, wurden die Hunde auch auf eine Art gebarft. Es gab nämlich nichts anderes als Schlachtabfälle und übrig gebliebene Reste der menschlichen Mahlzeiten. Barfen ist für mich eine Rückkehr zu den Wurzeln. Ich glaube zwar an den Fortschritt, aber nicht daran, dass früher alles schlecht war. Natürlich gibt es jetzt eine bessere medizinische Versorgung für unsere Hunde und eine damit verbundene höhere Lebenserwartung. Aber wie sieht es mit den typischen Krankheiten unserer Zeit aus? Betreffen ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten nur uns Menschen, oder auch unsere Hunde?

 

Die Pioniere

Die Engländerin Juliette de Bairacli Levy warnte bereits in den 1950er Jahren vor den Gefahren einer Hundeernährung mit Fertigfutter und setzte sich für die Fütterung mit rohen und frischen Zutaten ein.

 

Der australische Tierarzt Ian Billinghurst studierte in den 1970er Jahren. In Australien war zu dieser Zeit die Fertigfutterindustrie noch nicht so weit verbreitet wie in den USA. Die australischen Hunde wurden also entweder althergebracht, mit rohen Fleischknochen und Küchenresten ernährt, oder bekamen Fertigfutter. Die Hunde, die ausschließlich mit industriell hergestelltem Futter ernährt wurden, waren laut Billinghurst seine besten Kunden. Ian Billinghurst fütterte seine eigenen Hunde 2 Jahre lang zu Studienzwecken mit Fertigfutter. Laut seinen Angaben verschlechterte sich deren Wohlbefinden. Er beschäftigte sich nahezu 10 Jahre mit dem Thema und schrieb Anfang der 1990er Jahre ein Buch über Hundeernährung. Den Grund, warum australische Hunde gesünder waren als amerikanische, sah er darin, dass australische Hunde weniger Fertigfutter bekamen.

 

Debbie Tripp, eine amerikanische Züchterin, stellte Ende der 1990er Jahre, nachdem einer ihrer Hunde an einer typischen Zivilisationskrankheit verstorben war, auf Rohfütterung um. Tripp wurde damals für ihre Ideen zur Rohfütterung nur belächelt. Als Namensgeberin verwendete sie den Begriff „BARF“ um das Futter selbst (Bones and Raw Food – Knochen und rohes Futter) oder aber auch uns Fütterer (Born Again Raw Feeders – wiedergeborene Rohfütterer) zu beschreiben.

 

In den letzten Jahrzehnten tendieren immer mehr Menschen, nicht zuletzt durch wissenschaftliche Erkenntnisse, zu einer gesunden und bewussten Ernährung. Das Barfen spiegelt meiner Überzeugung nach bei der Hundeernährung diesen Trend wider.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0