Wie ich Barf-Fan wurde

Wie ich Braf-Fan wurde - AbsolutHund.at

Die Mittwoch-Serie Teil 2

 

Das Thema Barfen beschäftigt mich eigentlich schon seit ich Hundebesitzerin bin. Ich habe einiges darüber gelesen, muss aber zugeben, dass mir die Menge an Informationen inklusive sämtlicher Umrechnungstabellen und die negativen Reaktionen mancher Tierärzte bei der Umsetzung immer im Weg standen. Nun kam aber der Moment, wo ich mich gezwungenermaßen wirklich damit beschäftigen musste: Pollux pieselte immer und überall. Gut, ab zum Tierarzt...

Die Verdachtsdiagnose bis zum definitiven Harnbefund lautete Blasenentzündung. Nach einigen Tagen lag dann das tatsächliche Ergebnis vor: Massenhaft Struvitkristalle, die laut Tierarzt nur mit einem Spezialtrockenfutter stabilisiert werden können, bei manchen Hunden sogar lebenslang. Trotz aller innerer Zweifel fütterte ich also auf Anraten wochenlang eingeweichtes Trockenfutter gegen Struvitkristalle. Das Ergebnis: Pollux pieselte noch mehr als vorher.  Jetzt war es so weit, ich musste selbst handeln. Da sich die Situation jetzt meiner Meinung nach wirklich nicht mehr verschlechtern konnte, war ich nun bereit, einen ernsthaften Barf-Versuch zu unternehmen. 

 

Zuerst ließ ich mir von einer Ernährungsberaterin Futterpläne erstellen. Alleine wäre ich damit völlig überfordert gewesen, da ich immer Angst hatte, meine Hunde würden nicht alle Nährstoffe bekommen und wegen mir krank werden. Extrem wichtig fand ich in unserem Fall auch, dass eine Expertin die richtigen Futterkomponenten zusammengestellt hat. Nun ging es ans Shoppen, was anhand der Futterpläne ganz einfach war. Da mein Gefrierfach etwas winzig ist, kaufte ich einmal für zwei Wochen ein. Ich war bereit für die Umsetzung. Wir (Pollux, Coco und ich) starteten unser Vorhaben am 21. Februar 2015. Ich reicherte die Nahrung auf Rat der Ernährungsexpertin mit viel Wasser an, zumindest bei der Morgenfütterung. Bis auf Coco, die nur am zweiten Tag leichten Durchfall hatte, gab es keine besonderen Vorkommnisse. Das Futter wurde von beiden auch gut angenommen. Nun hieß es warten!

 

Wie ging es weiter?

Ca. einen Monat nach der Futterumstellung gab es kein einziges Malheur mehr. Ich bin davon überzeugt, dass wir das nur durch die Ernährungsumstellung geschafft haben. Eine Kontrolluntersuchung beim Tierarzt bestätigte meine Vermutung: Pollux hatte nur mehr vereinzelt Struvitkristalle, die ihn aber laut Tierarzt in keinster Weise beeinträchtigen sollten. Die Möglichkeit, dass sich Struvitkristalle (wieder) neu bilden, besteht immer. Auch denke ich, dass jeder Hund und somit jede Krankengeschichte individuell zu betrachten ist und anders verläuft. Ich jedoch hatte für meinen Teil nicht vor, meinem Hund ein Leben lang Trockenfutter zu verabreichen. 

 

Nächsten Mittwoch habe ich für alle, die sich zwar fürs Barfen interessieren, aber noch nicht den richtigen Einstieg gefunden haben, ein paar Tipps zusammengestellt.


Zum Schluss noch das YouTube Video eines Tierarztes, der an das Thema Barfen bei Struvitkristallen meiner Meinung nach sehr unvoreingenommen herangeht.

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Kommentare: 2
  • #1

    Sieglinde Feßler (Samstag, 18 Juni 2016 18:53)

    Hallo, ich barfe meinen Havaneser seit zwei Monaten. Er ist drei Jahre alt und ich hatte ständig Probleme mit Ihm mit Durchfall und Erbrechen, das ich auf das Trockenfutter zurück geführt habe. Mein Benny verweigert auch heute noch oft tagelang das Futter, aber ich gebe Ihm nur Rindfleisch, ist das nun zu wenig sollte meinem Benny noch Calcium zu geführt werden oder sonstige Vitamine und Spurenelemente? Für Ihr Hilfe im voraus Danke , herzlicher Gruß S. Feßler

  • #2

    AbsolutHund (Samstag, 18 Juni 2016 19:24)

    Liebe Sieglinde,
    bitte lass Benny vorab einmal vom Tierarzt durchchecken und schildere ihm die Probleme. Rindfleisch alleine ist auf jeden Fall zu wenig. Wie du schon richtig schreibst, braucht der Hund auch noch Calcium, Spurenelemente etc. Wenn du mit dem Barfen beginnen möchtest, solltest du auf jeden Fall eine Ernährungsberatung hinzuziehen und dir einen Barfplan erstellen lassen, der auf deinen Benny zugeschnitten ist. Die Kosten sind hier überschaubar, liegen meist unter 100 Euro und du bist auf der sicheren Seite. Die Ernährungsberatung für den Hund ersetzt aber keinesfalls die vorherige Abklärung durch einen Tierarzt.

    Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte und freue mich wieder von euch zu hören.
    Liebe Grüße
    Claudia